Namibia Teil 1: Die Flüge

Sundowner

So, die Urlaubsbilder sind ausgemistet – begonnen wurde mit einem Berg von 2.763 Fotos – und langsam kehrt wieder der Alltag ein (Hat ja auch nur ne Woche gedauert…). Ich habe mich entschlossen bei meiner Reiseberichterstattung nicht chronologisch, sondern thematisch vorzugehen. Beginnen werde ich aber trotzdem mit dem Hinflug!

Schon im Vorfeld des Fluges haben wir nachgefragt, ob es möglich wäre das Babybassinet vorzubestellen. Die Sachbearbeiterin meinte, sie würde uns das Bassinet reservieren, wir müssten ihr aber noch das ungefähre Gewicht bei Flugantritt nennen, da man das Bassinet nur bis 12 Monate und 10 Kg nutzen kann. Kein Problem, der Kleine ist ja ein Leichtgewicht. Von Deutschland nach Namibia fliegen zwei Airlines direkt und zwar ist das Condor von München und Air Namibia von Frankfurt. Ansonsten gibt es noch etwas günstigere Verbindungen über Südafrika oder Äthiopien, aber da ist man dann auch doppelt so lange unterwegs. Wir haben Air Namibia genommen, da Frankfurt von uns aus recht schnell zu erreichen ist und da Air Namibia Nachtflüge macht. Unser Flug ging dann um 20:10 Uhr und morgens ist man in Afrika :).

Da kam er dann also der große Tag. Meine Eltern haben uns mit dem Großraumtaxi abgeholt und wir sind dann mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen gefahren. Dort angekommen sagte man uns dann, dass das Babybassinet nur bis 6 Monate und 8 Kg zugelassen wäre und wir es deshalb nicht haben können. Das habe ich ja immer gerne, wenn niemand sich auskennt. Naja, also kein Babybettchen. Ich mache mich schonmal auf eingeschlafene Beine auf dem 9 1/2 Stunden-Flug gefasst. Aber Halt! Wir bekommen doch tatsächlich eine ganze 4er-Reihe in der Mitte nur für uns drei! Olaf sitzt also auf einem Außenplatz und ich kann in der Nacht mit dem Kleinen auf den restlichen drei Plätzen kuscheln. Sehr schön, auch wenn wir die Reihe direkt vor der Toilette hatten.

2015-09-05 (15)

Wir hatten und gegen einen eigenen Sitzplatz entschieden, da der Kleine bei so einer langen Strecke eh die meiste Zeit auf meinem Schoß gesessen hätte und wir uns die 1000€ dann sparen wollten. Im Endeffekt ist so ein Loop Belt aber echt für’n Arsch. Ich finde man kann vorher viel lesen, aber das selber erleben ist dann halt doch noch mal was anderes. Der Gurt ist viel zu steif Gurt und die Schnalle ist genauso groß wie bei den Erwachsenen. Der Gurt hilft einfach nur, dass das Kind nicht durchs Flugzeug krabbelt, bzw. im Ernstfall fliegt. Wobei ich auch nicht glaube, dass die Erwachsenen-Gurte im Ernstfall wesentlich mehr helfen…

Der Kleine hatte bis zum Flughafen eigentlich ganz gut mitgemacht. Man war ja auch ständig am Rumlaufen und es gab immer was zu sehen. Nach dem Security-Check wurde es dann schon schwieriger. Einfach da sitzen und aufs Einsteigen warten ist halt langweilig, nicht nur für uns. Dann gibt es im Wartebereich auch keine Wickelmöglichkeit mehr. Also schön auf den Stühlen gewickelt und in die hinterste Ecke zum Stillen verzogen. Als dann zum Pre-Boarding für Familien aufgerufen wurde (außer uns waren noch ein Paar mit zwei Töchtern im Grundschulalter, zwei allein reisende Teenager-Jungs und eine ältere Dame im Rollstuhl zugelassen) sind wir sofort an Bord. Wir hatten dann nochmal gefragt, ob wir auf einem der leeren Sitze unseren Maxi Cosy installieren dürfen, aber die Bitte wurde abgelehnt. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, denke ich auch, dass der Maxi Cosy wahrscheinlich gar nicht zwischen die Sitze gepasst hätte. Mann, war das eng!

Sobald das Handgepäck verstaut war und wir unsere Plätze eingenommen hatten, drehte der Kleine auf. Alles wurde bestaunt, betatscht und mit lauten Bewunderungsrufen kommentiert. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, er ist immer wie so ein kleines Äffchen und macht spitze Ah- und tiefe Uh-Laute. Unser Vordermann fühlte sich schon dadurch beim Genuss des Board-Entertainments gestört und ich dachte nur er kann doch froh sein, dass der Kleine nicht schreit. Dieser Erkundungsmodus (vor allem der Fernbedienung) ging bis ca. 24 Uhr, dann wurde er langsam müde. Mit mehreren Positionswechseln und kurzen Schlafunterbrechungen hielt er bis zum Frühstück um 4:30 Uhr durch, dann war er wieder hellwach aber wir auch schon fast im Landeanflug. Ein bisschen Gequengel, kein Geschrei! Für seien ersten Flug war ich echt zufrieden.

Dementsprechend gelassen sah ich dann auch dem Rückflug entgegen. Der ging erst um 21:35 Uhr, der letzte Flug des Tages von Windhoek. Der Flughafen war also fast ausgestorben und der Kleine konnte sich krabbeltechnisch in der Vorhalle nochmal so richtig auspowern. Meine Eltern waren schon vor einer Woche wieder abgereist, dafür war beim Rückflug ein befreundetes Paar dabei, dass uns beim Gepäck helfen konnte. Kind, Autositz und dreimal Koffer plus Handgepäck ist gar nicht so einfach zu machen, vor allem, da man die Gepäckwagen in so gut wie allen Flughafenbereichen nicht benutzen darf. Das gilt sowohl für Windhoek, als auch Frankfurt! Am einfachsten ist es, wenn man das Baby umgebunden hat, dann hat man mit Rucksack und zweimal Handgepäck schon ne Menge gestemmt. Dafür, dass der Flughafen so winzig ist, hatte er aber wenigstens einen Wickeltisch in der Damentoilette.

Wir haben dann nochmal versucht nach dem Bassinet zu fragen, aber auch diesmal kam die Antwort, der Kleine wäre zu groß. Dafür wurden wir aber in die Eltern-Kind Reihe gesetzt. Der oft genannte Nachteil, dass man das Handgepäck nicht bei sich hat, hat mich bei diesem speziellen Flug nicht weiter gestört. Die Beinfreiheit ist Wahnsinn, aber dadurch, dass diesmal alle vier Plätze voll waren und ich den Kleinen die ganze Zeit auf dem Schoß hatte, war es schwer ihn am runterrutschen zu hindern. Ich musste die Füße entweder auf Zehenspitzen lassen, was bei fast zehn Stunden Flug einfach unrealistisch ist, oder etwas unter die Füße stellen, damit die Knie höher sind als der Schoß. Ich habe also eine Tasche unter die Füße getan und die Decke drübergelegt, sodass das Kabinenpersonal die Tasche nicht sieht und meckert :P. Direkt nach dem Einsteigen habe ich den Kleinen dann angelegt und er ist sofort eingepennt. Danach kamen noch die Belehrungen, das Abendessen wurde serviert (Ich habe auf Olafs Tisch gegessen – Tisch ausklappen mit Kind auf dem Schoß geht nicht) und wir haben einen Film geguckt, aber er hat trotzdem bis zum Frühstück durchgeschlafen. Beim Frühstück hat er dann ein bisschen am Brötchen geknabbert und ist sofort wieder eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als wir gelandet waren.

Ich würde ja sagen wir fliegen bald wieder, das klappt ja fantastisch, aber irgendwie traue ich dem Braten nicht so ganz!

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Einmal gut geflogen, immer gut geflogen? Oder war das immer von der Tagesform abhängig?

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