Namibia-Reisetipps: Welwitchia Drive

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Wir waren dieses Frühjahr wieder meinen Schwiegervater in Namibia besuchen. Aber nicht nur das: mein Schwager hatte sich auch entschieden, dort seine Hochzeitsfeier zu veranstalten. So machten also nicht nur wir uns auf den Weg, sondern auch ein ganzer Schwung Hochzeitsgäste, die vorher noch nie in Nambia gewesen sind. Um ihnen bei der Reiseplanung behilflich zu sein, hatten das Brautpaar und ich ein paar Reiseberichte verfasst, mit Tipps, was man sich anschauen könnte. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Hier nun Nummer 3: Der Welwitchia Drive in der Namib. Dort waren wir sogar zweimal, 2010 ohne und 2015 mit Kind.

Der Welwitchia-Drive kann zwar eine heiße und holprige Angelegenheit werden, ist  aber auf jeden Fall sehr faszinierend und einen Abstecher wert.

Beim ersten Mal sind wir ohne Planung, ohne Permit und ohne Karte einfach losgefahren. Die Mondlandschaft war auch so beeindruckend und ein paar kleine Welwitschias haben wir auch gesehen, aber man hat auf jeden Fall mehr vom Drive, wenn man sich vorher ein paar Gedanken macht und ohne Permit sollte man vielleicht auch nicht im Naturschutzgebiet rumfahren…

Das Permit bekommt man in den Touristen-Büros in Windhoek oder Swakopmund (Woermann Haus). Wir haben 40 Dollar pro Person (Adult) und 10 Dollar pro Auto bezahlt. Falls man über Nacht auf dem Zeltplatz im Swakop Revier bleiben will, muss man dies ebenfalls dort anmelden. Wasser und Feuerholz gibt es auf dem Platz übrigens keines.

01 Hinweg

Man sollte sich am frühen Morgen auf den Weg machen. So kühl es auch in Swakopmund sein mag, jeden Meter den man tiefer in die Namib fährt wird es heißer. Falls man doch erst später loskommt, sollte man daran denken, dass es am Abend schnell dunkel wird und man vielleicht nicht mehr alles sieht. Mit Pausen sollte man schon ca. 4 Stunden einplanen. Wir waren einmal mit einen normalen PKW und einmal einem Allrad-Wagen dort. Das gab ein ordentliches Gerüttel bei dem ganzen Wellblech auf der Straße. Ein Geländewagen ist auf jeden Fall die bessere Wahl.

Für den damals noch kleinen Großen war die Hitze ziemlich belastend. Wir haben ihm feuchte Tücher auf den Kopf gelegt und hatten gegen die Sonne eine Isoliermatte ans Fenster geklebt.

02 Moonlandscape

Um zu den Welwitschia-Pflanzen zu kommen, fährt man erst einmal durch die Mondlandschaft, in den letzten 450 Millionen Jahren geformt durch das Wasser des Swakop. Wenn der Swakop River Wasser führt, was sehr selten vorkommt, ist die Strecke nicht befahrbar, da man das Revier durchfahren muss.

Die Flechten, die am Straßenrand wachsen sollen, haben wir nicht gesehen. Wir haben aber auch nicht wirklich gesucht. Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt die tot aussehenden Flechten mit ein bisschen Wasser wieder zum Leben erwecken.

Wohl ebenso an uns vorbeigerauscht sind Taler- und Bleistiftbusch, sowie die Historische Ochsenkarrenspur. Wir haben nur Spuren von Geländewagen gesehen, die Offroad gefahren sind.

Das Camp der Südafrikanischen Streitkräfte von 1915 haben wir dann aber doch nicht übersehen können, wenn man schon so demonstrativ seinen Müll herumliegen lässt…

03 Trail

Wenn man sich den Husab-Bergen nähert, kann man auf den Bergkämmen die schwarzen Doloritbänder erkennen. Dolorit ist ein ist ein grobkörniges Basaltgestein, das nicht so leicht verwittert. So steht es wie eine Mauer aus dem abgetragenen Gestein rundherum hervor, bis es schließlich auch selbst nach und nach zerbröselt.

Das hohe Grundwasser im Swakop Rivier erlaubt es den Kameldornakazien, Tamariskenund Anabäumen in Fülle zu gedeihen, was einen schönen Hintergrund für den Zeltplatz schafft. Dann endlich nähert man sich den Welwitschia-Feldern.

In Afrikaans heißt die Welwitschia „Tweeblaarkanniedood“ – Zwei Blatt kann nicht sterben :). Der Name verrät schon, was man beim Anblick der Pflanze gar nicht glauben kann. Sie hat nur zwei gegenüber liegende lange Blätter, die im Laufe der Zeit durch Wind und Hitze in dünne Blätter zerfranst werden. Feuchtigkeit nimmt die Pflanze aus dem Nebel auf, den der Benguela-Strom mit dem Westwind vom Atlantik bis in die Namib schickt. Sie hat ein weit ausgedehntes feines Wurzelwerk dicht unter der Oberfläche. Damit Touristen nicht zu nah an die Pflanze herantreten und die Wurzeln zerstören, wurden einige Exemplare mit Steinen eingekreist. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die leicht zu unterscheiden sind. Die männlichen Blüten sehen aus wie kleine kreuzförmige Dolden am Stil, die weiblichen haben dicke zapfenförmige Blütenstände.

04 Welwitchia

Die Husab Welwitschia an Marker 13 wird auf ein Alter von 1.500 Jahren geschätzt und ist damit wahrscheinlich die älteste Welwitschia der Welt. Ihr extremes Alter verdankt sie ihrem langsamen Wachstum.

Sie ist zu ihrem Schutz eingezäunt worden. Es gibt jedoch eine erhöhte Holzplattform, von der man Fotos ohne Zaun machen kann. Um den Touristen ein wenig Komfort zu bieten, gibt es einen kleinen überdachten Picknick-Bereich, der ein wenig Schatten bietet. Außerdem ein Plumps-Klo mit Sichtschutz und Mülltonnen.

Man folgt dann einfach der Straße zurück bis zur C28. An der Weggabelung findet man die Von Stryk Mine. Eine verlassene Eisenerzmine aus den 1950er Jahren, in der das Erz noch per Hand abgebaut wurde.

Welwitschia DriveWelwitschia Drive

 

 

 

 

 

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Namibia-Reisetipps: Living Museum of the San People

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Wir waren dieses Frühjahr wieder meinen Schwiegervater in Namibia besuchen. Aber nicht nur das: mein Schwager hatte sich auch entschieden, dort seine Hochzeitsfeier zu veranstalten. So machten also nicht nur wir uns auf den Weg, sondern auch ein ganzer Schwung Hochzeitsgäste, die vorher noch nie in Nambia gewesen sind. Um ihnen bei der Reiseplanung behilflich zu sein, hatten das Brautpaar und ich ein paar Reiseberichte verfasst, mit Tipps, was man sich anschauen könnte. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Hier nun Nummer 2: Das Living Museum of the San People, in dem wir ebenfalls 2010 waren.

Ein Besuch der Ju/hoansi Buschleute auf der Farm Omandumba, eignet sich gut als Tagesausflug von Omaruru aus. Es handelt sich dabei um eine kleine Außenstelle des Lebenden Museums von Grashoek im Norden. Vor Ort leben, immer im Wechsel, zwei Familien, mit jeweils einem englischsprachigen Buschmannguide. In einem Forum habe ich gelesen, die Außenstelle ist nur von April bis Ende November geöffnet, da es ansonsten zu heiß auf den Granitsteinen ist.

San 1

Wir haben damals mit einer  Gruppe Buschmänner eine Buschwanderung gemacht. Man bekommt dabei einen sehr guten Eindruck, welche Bedeutung die für uns eher traurig anzusehenden Büsche für die Gruppe haben, als Hinweis auf Wasser, Medizin, Gift oder Nahrung. Mir wurde gezeigt, wie man mit dem Bogen jagt. Olaf durfte sich im Feuermachen versuchen und eine Schlingenfalle für Vögel anlegen. Dann wurden uns noch Felszeichnungen der San gezeigt. Sie sahen aus, als wären sie im Laufe der Jahre mal erneuert worden, aber ich finde das ok, da es dem Freilicht-Museumscharakter entspricht. Am faszinierendsten fand ich persönlich ihnen beim Sprechen der Khoisan-Sprache zuzuhören, die zu einem großen Teil aus Klick- und Schnalzlauten besteht. Nur einer aus der Gruppe konnte englisch und hat alle Erklärungen übernommen. Da wir von Karibib aus gekommen waren und am selben Tag auch wieder zurückgefahren sind, haben wir keinen anderen Programmpunkt wahrgenommen. Man kann aber z.B. auch mit der Familie im Dorf bleiben und dort Gesänge und Tänze kennenlernen, bei der Schmuckherstellung zusehen oder gemeinsam kochen.

San 2

Die Preise sind in etwa die gleichen wie in Grashoek, nur das Angebot ist auf Omandumba ein bisschen kleiner. (Preisliste Grashoek)

Hier noch der Link zur Farmwebsite

Namibia-Reisetipps: Erindi Game Reserve

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Wir waren dieses Frühjahr wieder meinen Schwiegervater in Namibia besuchen. Aber nicht nur das: mein Schwager hatte sich auch entschieden, dort seine Hochzeitsfeier zu veranstalten. So machten also nicht nur wir uns auf den Weg, sondern auch ein ganzer Schwung Hochzeitsgäste, die vorher noch nie in Nambia gewesen sind. Um ihnen bei der Reiseplanung behilflich zu sein, hatten das Brautpaar und ich ein paar Reiseberichte verfasst, mit Tipps, was man sich anschauen könnte. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Hier also Nummer 1: Das Erindi Game Reserve, in dem mein Mann und ich 2010 noch ganz ohne Kinder waren. Es liegt nah bei Omaruru und ist somit für alle zu empfehlen, denen der Weg nach Etosha von Windhoek aus zu weit ist und die möglichst viele Tiere sehen möchten.

Wir sind damals von Karibib aus als Tagesausflug dorthin gefahren. Wir wollten den Game Drive um 16:30 Uhr machen und sind nach langer Fahrt (alleine vom Tor zur Rezeption waren es 25 Kilometer!) um 16:15 Uhr dort angekommen. Der Game Drive an sich war super. Man kann dort eigentlich alle Tiere sehen, die es auch in Etosha gibt, Löwen,  Elefanten, Nashörner, Gnus, Hyänen, etc. Dadurch, dass man nicht selber fuhr, sondern in einer Gruppe, konnte der Guide auch viele Informationen zu den Tieren und Spuren geben. Dazu gab es natürlich noch einen Sundowner und als der Drive um 20:30 Uhr zuende war, guckten wir noch ein bisschen Elefanten und Flusspferde am Wasserloch der Lodge. Die Rückfahrt war dann eher gefährlich. Es war schon stockdunkel, wir haben fast einen Wildhund überfahren und uns wäre beinahe ein Kudu auf die Motorhaube gesprungen, als er über die Schotterstraße preschte. Wenn man einen Tagesausflug plant, also lieber einen früheren Drive anpeilen. Für Übernachtungsgäste gibt es die eben schon erwähnte Lodge, Selbstversorger-Chalets und einen Campingplatz.

Erindi 1

Für uns damals noch nicht relevant: Ist man Tagesgast, können Kinder erst ab 6 Jahren an den Drives teilnehmen. Übernachtungsgäste haben auch die Möglichkeit mit Kleinkindern eine Tour zu machen!!!

Vor Ort gibt es auch ein Leoparden-Schutz-Projekt und ein eigenes kleines San-Dorf, das man aber ebenfalls nur als Übernachtungsgast besuchen darf. Man hat dann auch die Möglichkeit, verschiedene Selbstfahrer-Routen zu erkunden oder Wanderungen zu unternehmen.

Erindi 2

Erindi ist nicht gerade billig, aber das trifft ja auf ganz Namibia zu und es ist auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, wirklich viele Tiere zu sehen!

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Namibia Teil 5: Ein Fazit

Familienfoto

Da ich denke, ihr habt langsam genug von meinem Namibia-Urlaub, komme ich nun zum Ende ;).

Das Allerwichtigste zuerst:

Ein riesengroßes DANKESCHÖN an meine Mama! Dafür, dass sie dem Kleinen einen Mini-Baby-Druckverband gemacht hat, als er sich mit einer Gurkenreibe den Finger aufgeschnitten hat. Dafür, dass sie ruhig geblieben ist, als ich panisch wurde. Dafür, dass sie den vollen Durchblick hatte, als in meinem Kopf alles nur voller Blut war. DANKE!!!

Verband

Keine Angst, der riesenfette Verband sollte ihn nur davon abhalten, das Pflaster abzuknibbeln. Am zweiten Tag hatte er dann auch nur noch einen Socken drübergezogen.

Ein paar andere Dinge, die ich in diesem Urlaub nicht missen wollte:

Die aufblasbare Sitzerhöhung für den Kleinen (unsere ist von Roba)! Ich weiß, es geht auch ohne, aber ich  habe beim Essen immer lieber die Hände frei… Da wir ja auch nicht sooo oft meinen Schwiegervater besuchen, hätte ich es albern gefunden, wenn er für den einen Monat einen Hochstuhl gekauft hätte. Außerdem ist man mit so einer Reise-Sitzerhöhung viel flexibler. Sie hat sogar auf den Barhockern in der Ferienwohnung gehalten! Ich fand sie auf jeden Fall superpraktisch, da auch so gut wie kein Restaurant über Kinderhochstühle verfügt hat. Nur in Windhoek hatten wir Glück und selbst da gab es meist nur einen, sodass er in zwei von drei Fällen schon belegt war. Das Foto ist in Joe’s Beerhouse in Windhoek aufgenommen, sehr lecker (auf jeden Fall reservieren!).

Sitzerhöhung

Wenn man im Inland unterwegs ist, sollte man immer frisches Obst dabei haben! Auf dem Weg nach Etosha hatten wir an einem Rastplatz Mittagspause gemacht und etwas Brot gegessen. Als wir wieder am Einpacken waren, kamen vier Jungs, die nebendran gespielt hatten. Sie gingen zur Mülltonne um zu schauen, was wir weggeschmissen hatten (einer leckte sogar die leere Wurstpackung aus). Einer der Jungs kam dann zu uns und fragte nach Geld für Essen. Mein Schwiegervater griff daraufhin unter den Rücksitz und zog ein Netz Apfelsinen hervor. Vier Stück davon gab er dem Jungen, der sofort mit den Armen wedelnd zu seinen Freunden rannte und die Apfelsinen verteilte.

Ganz wichtig, auch die Molton-Unterlage, da man schließlich nie weiß, wie im Urlaubsort das Essen vertragen wird und wann, wo und wie es wieder rauskommt ;). Bettwäsche wechseln ist auch nicht überall so leicht wie Zuhause, also lieber auf Nummer sicher gehen.

Die langen Strecken, nach Swakopmund/Etosha/Windhoek, sind wir alle mit einem 7-Sitzer gefahren. Zwei Sitze vorn, zwei in der Mitte und drei hinten. Den Kleinen und mich schön in der Mitte geparkt, saß so immer mindestens eine Person auf der Rückbank, die helfen konnte ihn zu bespaßen. Je mehr Leute auf der Rückbank, desto mehr Spaß!

Ich hätte leben können, ohne…

Was mir ein bisschen den Spaß vermiest hat und der Hauptgrund, warum ich diese Reise genau so nicht noch einmal mit einem Kind in dem Alter machen würde, waren die langen Autofahrten bei der großen Hitze. Sowohl der Kleine als auch wir selbst haben ab einem gewissen Punkt einfach nur noch gelitten. Endlich an den jeweiligen Zielen angekommen (Welwitchia, Etosha, …) wurden wir Erwachsenen für die Anstrengung entschädigt und waren wieder happy. Der Kleine musste aber weiter ausharren während wir staunten, durfte nicht Krabbeln wie er wollte und verstand gar nicht, was gerade passierte. Sollte also irgendwann ein Geschwisterchen kommen und wir fliegen wieder den Opa besuchen, dann schieben wir eine ruhige Kugel. Eventuell ein bisschen Stadtbummel, Spazierengehen am Strand und ansonsten ganz viel Entspannen auf der Farm.

Das Positive

Auch wenn die offiziellen Programmpunkte nicht so kindertauglich waren, hat der Kleine trotzdem ganz viel aus dem Urlaub mitgenommen:

Er hat gelernt frei zu Stehen, ganz ohne festhalten! Hunde sind nicht mehr so erschreckend wie vorher und „Ei“-machen funktioniert jetzt einwandfrei. Während der langen Safari-Touren in Etosha hat er begonnen den Finger auszustrecken und „DA!“ zu rufen :). Er hat gelernt mit einem Strohalm zu trinken und Küsschen zu geben!

Fazit

Ich bereue auf keinen Fall, die Reise gemacht zu haben, auch wenn ich jetzt vieles anders gemacht hätte. Für so kleine Kinder ist Sightseeing halt uninteressant, aber das wäre an jedem anderen Urlaubsort genauso. Ich freue mich trotzdem riesig auf weitere Namibia-Urlaube, wenn der Kleine größer ist und alles richtig mitbekommt!

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass kleine Kinder sehr leicht glücklich zu machen sind. Es braucht nur ein bisschen Sand,Wasser und Liebe 😉

Sandspielzeug

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Namibia Teil 2: Namibia für Babys!

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Auf dem hier gezeigten Bild, sieht man ein Kind im Namibiaurlaub beim Essen, bzw. wie es mit Lätzchen ausgestattet gespannt beobachtet, wie Mama das Gläschen öffnet 😉

Bei meinem letzten Besuch in Namibia, der ja 5 Jahre zurückliegt, habe ich natürlich nicht auf die angebotenen Babyprodukte geachtet. Ich wusste aber, dass in den Städten die Supermärkte eigentlich alles haben, was das europäische Herz begehrt. Beim Packen riss ich mich also zusammen und packte nur eine dicke Packung Feuchttücher, ein Paket Windeln (Pampers BabyDry, wegen Nachts und so…) und Pulver für Abendbrei ein, man kann ja nie wissen.

Vom Windhoeker Flughafen ging es dann auch ersteinmal nach Karibib, zu Olaf’s Tante, wo wir uns akklimatisieren konnten.

In Karibib gab es dann sogar zwei Supermärkte (SMIG und OK) und den PEP-Store (so ähnlich wie KiK). Ich sah mich also erstmal nach Windeln um. Pampers gab es mehr Auswahl als beim Rossmann, aber auch sehr teuer. Den „Hausmarken“ wollte ich nicht so recht trauen, also blieb das mittlere Preissegment übrig. Ich entschied mich für die Huggies, was natürlich nichts damit zu tun hatte, dass Winnie Pooh drauf war, sondern nur weil ich davon in Deutschland schonmal Feuchttücher hatte :P.

Ich hatte 4er Windeln gekauft und grundsätzlich haben sie auch gepasst. Die saßen aber schon wesentlich enger als die Pampers und wenn man die Windeln übereinandergelegt hat, waren die einen ganzen Zentimeter schmaler! Ich hatte halt schon für den ganzen Urlaub gekauft, anstatt erstmal zu gucken, wie es passt und dann mehr zu holen. Also: Augen auf beim Windelkauf!!!

In den Supermärkten machte ich mich dann über die Babygläschen her. Ich suchte nach Mittagsbrei und Obst zum snacken. So zuckerlose Snacks wie bei uns (z.B. Reiswaffeln, gepufftes Getreide, Obstriegel) gab es leider nicht.

Ich habe mich einfach wild durchs Sortiment gekauft, daher auch Abendbrei, obwohl ich ja selbst welchen hatte.

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Die Quetschies waren im Prinzip genau wie bei uns, es gab welche nur mit Obst und welche mit Obst und Gemüse. Auch die Obstgläschen unterschieden sich nicht von dem, was man bei uns bekommt. Bei den Gemüse/Gemüse-Fleisch-Gläschen fiel einem jedoch sofort auf: Hier gibt nicht die Karotte den Ton an, sondern der Butternut-Kürbis. Nur die Spaghetti Bolognaise kamen ohne Kürbis aus.

Beim Abendbrei sah es hingegen ganz anders aus als bei uns. Während hier ja in der Regel zu Abend Milch-Getreide-Brei konsumiert wird, enthielten die Abendbrei hier alle Fleisch und Gemüse.

Auf den Gläser standen nicht nur die Zutaten, sondern auch Hinweise für die Mutter, die bei uns durch Ratgeberbücher und Werbeheftchen vermittelt werden. Zum Beispiel stand auf jedem Glas in Großbuchstaben: DO NOT ADD SALT AND/OR SUGAR! Mein Schwiegervater fragte mich auch schon am Anfang der Reise, ob der Kleine denn nicht einfach unser Essen mitessen kann, er sei doch schon alt genug. Darauf antwortete ich ihm, dass das mit der festen Nahrung theoretisch schon ginge, das Essen aber einfach viel zu scharf gewürzt sei. Er erwiederte nur stirnrunzelnd „Achso“ und fing an die Pfeffermühle über sein Fleisch zu entleeren…

Auf den Gläschen wurde auch nocheinmal darauf hingewiesen, dass man erst ab dem sechsten Monat Gläschenkost oder Selbstgekochtes geben soll und es wurde das Stillen bis zu 24 Monaten empfohlen.

In Swakopmund waren wir dann beim Spar, der eine wesentlich größere Auswahl (auch deutscher Produkte) hatte. Dort gab es dann auch HIPP-Breie, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie EU-Standards entsprechen. Da waren dann auch wieder Karotten drin :P. Bei dem Rote-Beete-Quetschi hatte ich allerdings ein bisschen Angst vor Flecken.

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Die Gläschen auf dem letzen Bild fand ich am spannendsten: Ganz links haben wir Maisbrei oder wie es in Namibia heißt Milipap mit Vanille. Es steht sogar extra drauf Tastes of Africa und ein kleiner Dreibein-Topf ist auch abgebildet um es als ein südafrikatypisches Gericht zu kennzeichnen. Die zwei Gläschen in der Mitte sind als „fruity Meal“ gekennzeichnet. Also ein normaler Mittagsbrei, aber mit Obst (z.B. Ananas oder Birne). Ganz rechts finde ich, haben wir das exotischste Gläschen: Rosinen-Brei!

Dem Kleinen hat auf jeden Fall alles geschmeckt und es gab nur minimale Stuhlveränderungen, die ich aber auf Klima und Wasser zurückführe ;).

Solange man in Stadtnähe ist, oder wenn man vor seinem Abenteuer-Urlaub einen Supermarkt aufsucht, kann man auf jeden Fall alles besorgen, was man so zur Babypflege benötigt. Was das angeht, erkläre ich Namibia offiziell als babytauglich!

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Namibia Teil 1: Die Flüge

Sundowner

So, die Urlaubsbilder sind ausgemistet – begonnen wurde mit einem Berg von 2.763 Fotos – und langsam kehrt wieder der Alltag ein (Hat ja auch nur ne Woche gedauert…). Ich habe mich entschlossen bei meiner Reiseberichterstattung nicht chronologisch, sondern thematisch vorzugehen. Beginnen werde ich aber trotzdem mit dem Hinflug!

Schon im Vorfeld des Fluges haben wir nachgefragt, ob es möglich wäre das Babybassinet vorzubestellen. Die Sachbearbeiterin meinte, sie würde uns das Bassinet reservieren, wir müssten ihr aber noch das ungefähre Gewicht bei Flugantritt nennen, da man das Bassinet nur bis 12 Monate und 10 Kg nutzen kann. Kein Problem, der Kleine ist ja ein Leichtgewicht. Von Deutschland nach Namibia fliegen zwei Airlines direkt und zwar ist das Condor von München und Air Namibia von Frankfurt. Ansonsten gibt es noch etwas günstigere Verbindungen über Südafrika oder Äthiopien, aber da ist man dann auch doppelt so lange unterwegs. Wir haben Air Namibia genommen, da Frankfurt von uns aus recht schnell zu erreichen ist und da Air Namibia Nachtflüge macht. Unser Flug ging dann um 20:10 Uhr und morgens ist man in Afrika :).

Da kam er dann also der große Tag. Meine Eltern haben uns mit dem Großraumtaxi abgeholt und wir sind dann mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen gefahren. Dort angekommen sagte man uns dann, dass das Babybassinet nur bis 6 Monate und 8 Kg zugelassen wäre und wir es deshalb nicht haben können. Das habe ich ja immer gerne, wenn niemand sich auskennt. Naja, also kein Babybettchen. Ich mache mich schonmal auf eingeschlafene Beine auf dem 9 1/2 Stunden-Flug gefasst. Aber Halt! Wir bekommen doch tatsächlich eine ganze 4er-Reihe in der Mitte nur für uns drei! Olaf sitzt also auf einem Außenplatz und ich kann in der Nacht mit dem Kleinen auf den restlichen drei Plätzen kuscheln. Sehr schön, auch wenn wir die Reihe direkt vor der Toilette hatten.

2015-09-05 (15)

Wir hatten und gegen einen eigenen Sitzplatz entschieden, da der Kleine bei so einer langen Strecke eh die meiste Zeit auf meinem Schoß gesessen hätte und wir uns die 1000€ dann sparen wollten. Im Endeffekt ist so ein Loop Belt aber echt für’n Arsch. Ich finde man kann vorher viel lesen, aber das selber erleben ist dann halt doch noch mal was anderes. Der Gurt ist viel zu steif Gurt und die Schnalle ist genauso groß wie bei den Erwachsenen. Der Gurt hilft einfach nur, dass das Kind nicht durchs Flugzeug krabbelt, bzw. im Ernstfall fliegt. Wobei ich auch nicht glaube, dass die Erwachsenen-Gurte im Ernstfall wesentlich mehr helfen…

Der Kleine hatte bis zum Flughafen eigentlich ganz gut mitgemacht. Man war ja auch ständig am Rumlaufen und es gab immer was zu sehen. Nach dem Security-Check wurde es dann schon schwieriger. Einfach da sitzen und aufs Einsteigen warten ist halt langweilig, nicht nur für uns. Dann gibt es im Wartebereich auch keine Wickelmöglichkeit mehr. Also schön auf den Stühlen gewickelt und in die hinterste Ecke zum Stillen verzogen. Als dann zum Pre-Boarding für Familien aufgerufen wurde (außer uns waren noch ein Paar mit zwei Töchtern im Grundschulalter, zwei allein reisende Teenager-Jungs und eine ältere Dame im Rollstuhl zugelassen) sind wir sofort an Bord. Wir hatten dann nochmal gefragt, ob wir auf einem der leeren Sitze unseren Maxi Cosy installieren dürfen, aber die Bitte wurde abgelehnt. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, denke ich auch, dass der Maxi Cosy wahrscheinlich gar nicht zwischen die Sitze gepasst hätte. Mann, war das eng!

Sobald das Handgepäck verstaut war und wir unsere Plätze eingenommen hatten, drehte der Kleine auf. Alles wurde bestaunt, betatscht und mit lauten Bewunderungsrufen kommentiert. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, er ist immer wie so ein kleines Äffchen und macht spitze Ah- und tiefe Uh-Laute. Unser Vordermann fühlte sich schon dadurch beim Genuss des Board-Entertainments gestört und ich dachte nur er kann doch froh sein, dass der Kleine nicht schreit. Dieser Erkundungsmodus (vor allem der Fernbedienung) ging bis ca. 24 Uhr, dann wurde er langsam müde. Mit mehreren Positionswechseln und kurzen Schlafunterbrechungen hielt er bis zum Frühstück um 4:30 Uhr durch, dann war er wieder hellwach aber wir auch schon fast im Landeanflug. Ein bisschen Gequengel, kein Geschrei! Für seien ersten Flug war ich echt zufrieden.

Dementsprechend gelassen sah ich dann auch dem Rückflug entgegen. Der ging erst um 21:35 Uhr, der letzte Flug des Tages von Windhoek. Der Flughafen war also fast ausgestorben und der Kleine konnte sich krabbeltechnisch in der Vorhalle nochmal so richtig auspowern. Meine Eltern waren schon vor einer Woche wieder abgereist, dafür war beim Rückflug ein befreundetes Paar dabei, dass uns beim Gepäck helfen konnte. Kind, Autositz und dreimal Koffer plus Handgepäck ist gar nicht so einfach zu machen, vor allem, da man die Gepäckwagen in so gut wie allen Flughafenbereichen nicht benutzen darf. Das gilt sowohl für Windhoek, als auch Frankfurt! Am einfachsten ist es, wenn man das Baby umgebunden hat, dann hat man mit Rucksack und zweimal Handgepäck schon ne Menge gestemmt. Dafür, dass der Flughafen so winzig ist, hatte er aber wenigstens einen Wickeltisch in der Damentoilette.

Wir haben dann nochmal versucht nach dem Bassinet zu fragen, aber auch diesmal kam die Antwort, der Kleine wäre zu groß. Dafür wurden wir aber in die Eltern-Kind Reihe gesetzt. Der oft genannte Nachteil, dass man das Handgepäck nicht bei sich hat, hat mich bei diesem speziellen Flug nicht weiter gestört. Die Beinfreiheit ist Wahnsinn, aber dadurch, dass diesmal alle vier Plätze voll waren und ich den Kleinen die ganze Zeit auf dem Schoß hatte, war es schwer ihn am runterrutschen zu hindern. Ich musste die Füße entweder auf Zehenspitzen lassen, was bei fast zehn Stunden Flug einfach unrealistisch ist, oder etwas unter die Füße stellen, damit die Knie höher sind als der Schoß. Ich habe also eine Tasche unter die Füße getan und die Decke drübergelegt, sodass das Kabinenpersonal die Tasche nicht sieht und meckert :P. Direkt nach dem Einsteigen habe ich den Kleinen dann angelegt und er ist sofort eingepennt. Danach kamen noch die Belehrungen, das Abendessen wurde serviert (Ich habe auf Olafs Tisch gegessen – Tisch ausklappen mit Kind auf dem Schoß geht nicht) und wir haben einen Film geguckt, aber er hat trotzdem bis zum Frühstück durchgeschlafen. Beim Frühstück hat er dann ein bisschen am Brötchen geknabbert und ist sofort wieder eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als wir gelandet waren.

Ich würde ja sagen wir fliegen bald wieder, das klappt ja fantastisch, aber irgendwie traue ich dem Braten nicht so ganz!

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Einmal gut geflogen, immer gut geflogen? Oder war das immer von der Tagesform abhängig?

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Und über Nacht sieht die Welt ganz anders aus – Air Namibia

Reiseplanung

Ist das mal nicht der schönste Werbeslogan einer Nachtflüge anbietenden Fluggesellschaft, den ihr je gelesen habt? Auf jeden Fall sehr vielversprechend und sehr poetisch.

Ich bin voll drin in der Urlaubsplanung. Wir fliegen bald (Flugdaten gebe ich nicht raus) meinen Schwiegervater und den Rest der Namibiaansässigen Familie meines Mannes besuchen . Ich hätte ja auch kein Problem, einfach ein paar Wochen auf der Farm rumzugammeln, aber ein kleiner Teil meines Selbst will Touristenführer wälzen und lässt den Gammler in mir nicht gewinnen. Meine Eltern werden uns auf unserer kleinen Reise begleiten und da sie noch nie in Afrika waren und glaube ich auch so schnell nicht wieder hinfliegen werden, möchte ich natürlich auch, dass der Trip sich für sie lohnt und sie ein bisschen was vom Land sehen. Inwieweit sich das dann alles mit dem Kleinen umsetzen lässt, sehen wir dann vor Ort. Wir sind ja flexibel ;).

In die Tiefe gehen

Wenn ich denn endlich mal die nüchterne Reiseplanung abgeschlossen habe, werde ich mich (wenn die Zeit noch reicht), noch diesen drei Büchern widmen. Wobei die beiden Erzählungen ja auch noch gut während dem Urlaub gelesen werden können. Das ist sowieso so ein Problem: Soll ich tatsächlich Urlaubslektüre einpacken? Normalerweise lese ich im Urlaub immer so fünf Bücher (Jaa, auch auf ûnserer Hochzeitsreise :P). Aber ich komme ja Zuhause schon nicht zum lesen, vor allem seit ich nähe und bastel anstatt zu lesen wenn der Kleine schläft …

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mal gucken wieviel Platz noch im Koffer ist. Die Geschenke für die Familie sind übrigens schon fast fertig. Eins muss ich noch fertignähen und werde dann berichten.

Gastgeschenke